Mootral-Kühe schützen Klima

Methan, dasim Pansen der Kühe entsteht, ist ein klimaschädigendes Gas. Mit einem natürlichen Futterzusatz kann seine Bildung um rund 30 Prozent reduziert wer-den – diessollsogar gratis möglich werden.

Schon ab diesem Herbst sollen Schweizer Milchviehhalter die Methanemissionen ihrer Kühe um über 30 Prozent reduzieren können. Dies dank einem Fut- terzusatz auf natürliche Weise und erst noch vergünstigt oder gratis.

Zitrusfrüchte und Knoblauch

So jedenfalls plant es das Westschweizer Agritech-Unternehmen Mootral aus Rolle VD. Vivica Pietz von Mootral: «Unser Futterzusatz Mootral besteht aus Zitrusfrüchten und Knoblauch. Organosulfurverbindungen und Bio avonoide können im Pansen die Methanemissionen um 30 Prozent senken, indem sie das Pansenmikrobiom positiv beein ussen und die Anzahl der methanbildenden Urbakterien (Archaeen) reduzieren.»

Auf einem englischen Milchviehbetrieb mit 400 Jersey- und Holsteinkühen wurde eine Methanreduktion von 30 Prozent und eine positive Wirkung auf die Leistung erzielt. Den Knoblauchgeschmack merke man weder in der Milch noch im Fleisch, betont Pietz.

Markteintrittim 2. Halbjahr 2019

Nun hat Mootral einen grossen Schritt in Richtung Markteintritt gemacht. Die Klimastiftung Schweiz unterstützt das Unternehmen mit einer Spende über 200’000 Franken. Das soll es Mootral erlauben, den Futtermittelzusatz anfangs vergünstigt oder gratis abzugeben. Lanciert wird er in der zweiten Hälfte dieses Jahres in ersten Ländern. «Da die Schweiz einer der primären Zielmärkte für Mootral ist, wird die Markteinführung für die zweite Hälfte 2019 ge-plant», blickt Pietz voraus.

«Unser Ziel ist es, in kürzester Zeit eine maximale Nutzung von Mootral bei möglichst vielen Landwirten zu erreichen. Deshalb möchten wir Mootral den Landwirten kostenlos anbieten.» Um dies zu gewährleisten, sei jedoch eine Senkung der Produktionskosten von Mootral, der Anstieg der Preise für Emissi- onszertikate und die ordnungsgemässe Umrechnung des Treibhauspotenzials von Methan gegenüber CO2 nötig. «Bis dieses Ziel erreicht ist, beträgt der
reis von Mootral pro Kuh und Jahr ca. 58 Franken.»

BLW noch zurückhaltend

Grundsätzlich möglich wäre auch, den Futterzusatz im Rahmen eines Ressourcenprojektes zu fördern. «Beim Klimaschutz besteht Handlungsbedarf», be- stätigt Ivo Strahm vom Bundesamt für Landwirtschaft. «Wichtig ist, dass die Wirkung von Massnahmen nachgewiesen ist und wirksame Futtermittelzu- sätze von anderen Anbietern nicht ausgeschlossen werden. Natürlich müssen auch die übrigen Anforderungen an Ressourcenprojekte erfüllt sein».

Share on facebook
Share
Share on twitter
Tweet
Share on linkedin
Repost

Recent Posts

NASA FINANZIERTE STUDIE

BRITISCHE FORSCHER ENTDECKEN LÖSUNG UM TREIBHAUSGASE IN DER VIEHINDUSTRIE ZU REDUZIEREN Wieaktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, sind die durch die Viehwirtschaft verursachten Methanemissionenweltweit höher als ursprünglich

Read More »
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on google